Plankentalkapelle St. Adelindis

Von der Trauer zum Leben für viele

Wer die Plankentalkapelle besuchen möchte, muss einen Weg zurück legen. Außerhalb der Ortschaft Kappel Richtung Südwesten führen Kreuzwegstationen zu dem beschaulich ruhenden Ort, der bis heute die Erinnerung an Trauer und Leid wach hält. „Plankental“, „Tränental“ wird diese Stelle genannt, weil die drei Söhne der seligen Adelindis, Beringer, Reginolf und Gerhard, hier ermordet wurden. Der Ort der Kapelle zeigt auch die Stelle an, wo Adelindis die Todesnachricht von ihrem Mann Ato erhielt, der im Kampf gegen die Ungarn sein Leben verlor. Die südliche Außenseite der Kapelle zeigt in einem Sgrafitto aus der zweiten Hälfte der 1940er Jahre Worte aus der Überlieferung dieses Geschehens: Adelindis wartete voller Sorge auf die Rückkehr ihres geliebten Mannes und befragte den Wind: „Windle, Windle, weh, bis ich meinen Herren wiederseh.“ Daraufhin erschien er ihr als kopfloser Reiter, sein Haupt in einer Schüssel tragend. Adelindis rief darauf in tiefstem Erschrecken: „Windle, Windle, weh, bis dass ich meinen Herren nicht mehr seh.“

Es ist anzunehmen, dass schon bald nach diesen beiden Ereignissen eine Sühnekapelle an diesem Ort erbaut wurde, die über die Jahrhunderte immer wieder erneuert werden musste, wie z.B. nachweislich im Jahr 1583. Die heutige Kapelle stammt aus dem Jahr 1886. Von 1945 bis 1947 ließ der Stadtpfarrer von Buchau, Prälat Erich Endlich, diese Kapelle mit Wandfresken versehen. Die Wandfresken zeichnen die Lebensgeschichte der seligen Adelindis nach, von ihren Leiderfahrungen über den Bau des Klosters auf der Federsee-Insel bis zu ihrer Wohltätigkeit gegenüber den Menschen der Region. Zur Erstellung der Fresken und zur Gestaltung des schon erwähnten Sgrafittos an der südlichen Außenwand wurde der taube Kunstmaler Paul Hirt (1898 bis 1951) beauftragt.

Die Kapelle mit ihrem für sie typischen zweifachen Anbau ist außer dieser Bemalung völlig frei von Figuren oder Gegenständen. Sie ist ein besonderer Ort der Geschichte, der stillen Einkehr, der Wandlung von Trauer in Leben für viele. Die ruhige Lage der Kapelle vor dem bisweilen sich öffnenden Alpenpanorama fördert ihre Beschaulichkeit.

Die Plankentalkapelle liegt etwa einen Kilometer südlich des Bad Buchauer Teilortes Kappel

Fresko mit Szene des Klosterbaus durch die selige Adelindis (Paul Hirt, 1946)